Rodt bei Zemmer/Trier – Am Sonntag, 14. Dezember 2025, dem 3. Advent, wurde Stefan Hermann Haastert als Pfarrer in einen nicht-stellengebundenen kirchlichen Auftrag für Vertretungsdienste im Kirchenkreis Trier durch Superintendent Dr. Jörg Weber eingeführt. Nach über 30 Jahren Dienst auf dem Hunsrück in der Kirchengemeinde Kleinich übernimmt Haastert nun Vertretungsdienste wie verschiedene Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen, oder auch Trauungen innerhalb des Trierer Kirchenkreises. Der adventliche Gottesdienst fand in der katholischen Kirche in Rodt bei Zemmer statt – als „ein Zeichen der ökumenischen Verbundenheit aller Christen, die hier zusammenleben“, so Haastert.
Dienst an Leib, Seele und Geist
Im Dienst eines Pfarrer ginge es darum, dem Menschen zu dienen an Leib, Seele und Geist, betonte Weber dann in seiner Ansprache anlässlich der Einführung, und „das leibliche Erfahren der frohen Botschaft ist durchaus wichtig, damit es allen Teilen des Menschen gut gehen möge“. Deshalb brauche es die Vorstellung, dass es im Glauben auch um eine leibliche Spiritualität ginge, „Salbungen zum Beispiel, wie Du sie manchmal in Gottesdiensten pflegst, gehört auch dazu. Das Spürbarwerden der guten Botschaft, das leibliche Erfahren dessen, dass Gott uns Gutes tut“, so Weber an Haastert gerichtet. Passend auch zum 3. Advent fasste es Weber dann abschließend zusammen: „Maria wartet auf die Ankunft ihres Kindes. Sie nennt ihn Heiland. Und drückt damit aus, dass dieser Jesus Gutes in die Welt bringt. Das möge Deinen Dienst in der neuen Stelle ausmachen, zu der wir Dich heute einführen, und zu der ich Dir die herzlichen Glück- und Segenswünsche des Kirchenkreises überbringe.“
Zu seiner Einführung hielt Haastert eine Dialogpredigt gemeinsam mit seiner Schwester Katja Hüther aus der gemeinsamen Heimatgemeinde Duisburg-Meiderich, wo beide großgeworden sind. Der gemeinsamen Heimat entstammt auch die Begeisterung für den niederrheinischen Kabarettisten und Schriftsteller Hanns Dieter Hüsch. Dementsprechend stand sein Text „Ich setze auf die Liebe“ dann, neben Versen aus dem 1. Johannesbrief, Kapitel 4, auch im Mittelpunkt der gemeinsamen Predigt.
Bedingungsloses Festhalten an der Liebe
Begeistert waren beide vom „bedingungslose Festhalten an der Liebe, was auch immer geschieht, was auch immer andere Menschen dazu sagen, was auch immer an Sachzwängen oder Argumenten gegen die Liebe sprechen mag“, brachte es Hüther auf den Punkt.
Heute sei es in vielerlei Hinsicht nicht anders, als von Hüsch bereits vor über 50 Jahren beschrieben: Die Welt liegt in schlechten Händen, wie es im Text heißt – das erinnere an Putin als den großen Kriegstreiber oder an Trump als den typischen Machtmenschen, erläuterte Haastert. Es ginge auch heute allzu oft ums Geld – nicht zuletzt um Fragen, wie beispielsweise, ob Renten noch sicher seien, ob Arbeitsplätze und auch Kirchengebäude noch erhalten werden könnten und vieles mehr. Und auch „die sozialen Probleme, die Hanns Dieter Hüsch hier in seinem Text anspricht: Junge Menschen, die für ihr eigenes Leben keine Perspektive sehen, Menschen, die Angst haben vor einem Krieg. Besonders die jungen Menschen, die Angst haben vor dem Klimawandel“, so Hüther – all dies seien auch heute noch aktuelle und drängende Fragen und Themen.
In den Worten und Taten Jesu erkennen wir Gottes Liebe
Angesichts all dessen jedoch „auf die Liebe zu setzen, bedeutet auch in dieser Adventszeit, auf den Gott zu setzen, der selbst die Liebe ist und der uns in der Geburt Jesu seine ganze Liebe in Menschengestalt gezeigt hat. Denn in den Worten und Taten Jesu erkennen wir ganz deutlich Gottes Liebe“, betonte Haastert. Gottes Liebe ereigne sich in der Geburt Jesu und „wird so mitten unter uns quicklebendig“, fasste es auch Hüther anschaulich zusammen. Die Welt verändere sich mit der Geburt Jesu – und es gelte, auch in dieser Advents- und Weihnachtszeit ganz und gar auf die Liebe zu setzen: „Nur die Liebe kann den Hass und die Verzweiflung überwinden. Nur die Liebe ist stärker als die Sachzwänge. Nur die Liebe ist wirksamer als das Geld, wenn wir denn nur auf die Liebe setzen“, so Haastert.
Dennoch habe man manchmal das Gefühl, dass die eigene „Liebeskraft viel zu schwach ist, um die Welt heller und freundlicher zu gestalten“, fragte Hüther. Und verwies daran anknüpfend auf die Adventszeit und insbesondere Gottes Liebe: „Denn Gott hat uns zuerst geliebt, vor alledem, was wir aus eigener Kraft tun können.“ Und Haastert betonte: „Es kann an uns nicht scheitern, auch dann nicht, wenn wir uns schwach und ausgelaugt und erschöpft fühlen! Es ist die Liebe Gottes, die uns trägt und auffängt und uns neue Kraft verleiht. Das habe ich in meinen eigenen Lebenskrisen selber so erlebt. Und alle die hier versammelt sind, könnte dazu ihre eigenen Lebensgeschichten beitragen.“
So zogen beide abschließend den Bogen dann auch noch einmal zum Bibeltext und stellten auch damit klar: Wir setzen auf die Liebe. Schluss.
Text „Ich setze auf die Liebe“ von Hanns Dieter Hüsch

